Beratungsförderung für die Klima- und Energieberatung 

in Landwirtschaft und Gartenbau für Schleswig-Holstein

Welche Bedeutung hat Klimaschutz in der Landwirtschaft?

Das Ziel der Bundesregierung ist es, die Treibhausgasemissionen (THG) bis zum Jahr 2050 um rund 80% gegenüber dem Jahr 1990 zu senken. Insgesamt hat die Landwirtschaft derzeit einen Anteil von 7,7% an den THG-Emissionen, wobei die THG-Emissionen aus der Landnutzungs-änderung nicht enthalten sind. Hinsichtlich der Treibhausgase Methan und Lachgas ist die Landwirtschaft jeweils der Hauptverursacher, da diese im Wesentlichen aus der Tierhaltung bzw. der Stickstoffdüngung stammen. Einen wichtigen Beitrag zur THG-Minderung kann die Landwirtschaft leisten, indem sie regenerative Energieträger wie Holz oder Biogas erzeugt bzw. nutzt und auch durch die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen auf dem Betrieb. Potenziale liegen z. B. in den Bereichen der effizienten Wärmenutzung und Dämmung, in der Ausbringung und Lagerung von Wirtschaftsdüngern sowie bei der Einsparung von Treibstoff.

Für wen kommt die Beratung in Frage?

Das hier vorgestellte Beratungsangebot richtet sich an alle Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe in ganz Schleswig-Holstein, die ihre Energiekosten besser in den Griff bekommen und dabei gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen. Auch Fragen zur Anpassung der Produktion an den Klimawandel werden beantwortet. Fördermöglichkeiten werden aufgezeigt und Kosten-Nutzen-Kalkulationen an die Hand gegeben. Die Beratung ist für sie 100% kostenfrei. Sie reicht vom Betriebscheck bis hin zur konkreten Maßnahmenempfehlung und Hilfestellung bei der Umsetzung. Die Beratung wird zu den drei Themenschwerpunkten (sog. Modulen) Grundberatung, Pflanzenproduktion und Tierproduktion angeboten. Ein Betrieb kann pro Jahr jeweils zu einem dieser drei Modulschwerpunkte beraten werden. Die Kombination mit weiteren Beratungsleistungen aus dem ELER-Nachhaltigkeitsprogramm (u.a. ökologischer Landbau, Klima, Integrierter Pflanzenschutz und Tierwohl) ist möglich.


Modul 1: Grundberatung

Ziel: Wesentliches Ziel ist die Verbesserung der Energieeffizienz und energetische Leistungs-fähigkeit des Betriebs. Dabei stehen die landwirtschaftlichen und/oder gartenbaulich genutzten Gebäude und deren Energieversorgung im Vordergrund.

Inhalte: Mittels Energiecheck werden die aktuelle Strom- und Wärmeverbrauch sowie die Anlagen-ausstattung erfasst, Schwachstellen aufgezeigt und Optimierungsempfehlungen erarbeitet.

Beispiele:

  • Jetzt in den Wintermonaten können wir Ihre Gebäude mittels Wärmebildkamera auf Schwachstellen hin untersuchen.
  • Eine Erfassung und Bewertung des Energieverbrauchs zeigt Ihnen auf, wo sich Einsparungen wirklich lohnen können.
  • Kommt für Sie die Nutzung von Holz/Pellets oder Photovoltaik oder Solarenergie in Frage? Wir unterstützen Sie durch Beispielsrechnungen, Förderberatung und Bewertung des Klimaschutzeffektes.
  • Wenn Sie in ihren Gewächshäusern technische Maßnahmen zur Energieeinsparung umsetzen wollen, bieten wir Hilfestellung, z.B. durch Vergleichsrechnungen.
  • Sie betreiben eine Biogasanlage und benötigen Hilfestellung für ein Wärmekonzept. Wir unterstützen Sie bei der Partnersuche und bei den ersten Planungsschritten.

Im Rahmen von Modul 1 bieten wir Ihnen in der kalten Jahreszeit aktuell noch die Aufnahmen Ihrer Gebäude mit einer Wärmebildkamera an. Anhand von Wärmebildauswertungen können Sie Schwachstellen und Kältebrücken an ihren Gebäuden einfach lokalisieren.

Modul 2: Spezialberatung Pflanzenproduktion

Ziel: Im Vordergrund stehen u.a. Maßnahmen zur energetischen Optimierung der Pflanzenproduktion. Dazu gehört die Reduzierung fossiler Energie (Treibstoff) und von Betriebsmitteln, v.a. mineralische N-Dünger  und Pflanzenschutzmittel sowie die Optimierung des Wirtschaftsdüngereinsatzes vor dem Hintergrund der Verringerung von Treibhausgasemissionen, bestenfalls einhergehend mit gleichbleibenden Erträgen und einer Senkung der Betriebsmittelkosten. Ein weiteres Ziel besteht in der Beratung zur Anpassung an einen schon heute spürbaren Klimawandel u.a. durch Sortenwahl und Bodenbearbeitung.

Inhalte: Erfassung von Produktionsabläufen, Bewertung der Energie- und Betriebsmittelsatzes hinsichtlich Energie- und THG-Bilanz, Ableitung von Optimierungsvorschlägen, Unterstützung bei der Umsetzung.

Beispiele:

  • Der effiziente Einsatz von Wirtschaftsdüngern ermöglicht die Einsparung von Mineraldünger. Bei gleichbleibenden Erträgen können Kosten gesenkt, das Grundwasser geschützt und die Treibhausgase reduziert werden. Wussten sie, dass jedes eingesparte Kilogramm Mineraldüngerstickstoff 15 kg CO2-Äquivalente einspart?
  • Nur so viel Treibstoff wie nötig einzusetzen, spart nicht nur Kosten sondern ist auch aktiver Klimaschutz. Da rund 50% des Diesels bei der Bodenbearbeitung verbraucht wird, bieten sich hier auch die größten Einsparpotenziale.
  • Sie beobachten zunehmend typische Probleme des Klimawandels wie Frühjahrstrockenheit, starke Niederschläge und zu milde Winter? Eine Anpassung der Sortenwahl, Fruchtfolgegestaltung, Humuserhalt oder eine Anpassung der Bodenbearbeitung bietet Chancen, negative Folgen zu vermeiden und Vorteile zu nutzen.
  • Agrarbeihilfen werden zunehmend an eine nachhaltig ausgerichtete Pflanzenproduktion geknüpft. Stellen Sie fest, wo ihr Betrieb steht und rüsten sie sich rechtzeitig für die Zukunft.

Modul 3: Spezialberatung Tierproduktion

Ziel: Im Vordergrund stehen Maßnahmen zur Verminderung von klimarelevanten Treibhausgasen aus der Tierhaltung, dem Wirtschaftsdüngermanagement und Abluftsystemen. Die energetische Leistungsfähigkeit des Betriebes soll im Bereich Tierhaltung gestärkt sowie Energie-einsparpotenziale aufgezeigt und realisiert werden.

Inhalte: Zu den Inhalten zählen u.a. die Erfassung von Energie- und Emissionsschwachstellen in der Tierhaltung, die Verbesserung der Energieeffizienz im Stall, die Analyse von Fütter-ungsstrategien im Hinblick auf THG-Minderungspotenziale, eine THG-reduzierte Wirtschaftsdüngerlagerung sowie die Entwicklung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel.

Beispiele:

  • In der Rinderhaltung und Milcherzeugung bestehen Einsparpotenziale insbesondere beim Stromverbrauch. Moderne Pumpensysteme können den Stromverbrauch um bis zu 50% reduzieren.
  • Stromeinsparpotenziale können auch bei der Milchkühlung u.a. durch Vorkühlung realisiert werden. Investitionsentscheidungen in Energiesparmaßnahmen sind betriebsindividuell zu treffen. Eine Kosten- und Nutzenbewertung kann hier Entscheidungshilfe bieten.
  • Auch in der Schweinehaltung kann ein Energiecheck mögliche Einsparpotenziale aufzeigen. Ferkelnestbeheizung, Stalllüftung, Wärmedämmung oder die Nutzung regenerativer Wärme sind potenzielle Bereiche zur Senkung des Strom- und Wärmeverbrauchs.
  • Nutzen sie Fördermöglichkeiten zur Optimierung ihrer Stallbeleuchtung durch LED-Technik.
  • Über Energiesparmaßnahmen lohnt es sich insbesondere dann nachzudenken, wenn Investitionen in neue Technik oder Gebäude erforderlich sind. Aber auch im laufenden Betrieb bestehen Optimierungspotenziale, die genutzt werden können.

Interesse geweckt? Anmeldung zur Beratung:

Wenn sie eine kostenlose Beratung oder unverbindliche weitere Informationen wünschen, reicht ein Telefonat/ein Fax oder eine Email an uns (siehe Kontaktdaten unten). Wie beraten in der Reihenfolge der eingehenden Anmeldungen. Sollte unser Kontingent nicht ausreichen, bietet sich im Folgejahr wieder eine Möglichkeit. Bitte geben Sie für einen Rückruf das Stichwort Energieberatung, Name, Telefonnummer und Adresse mit an. Wir vermitteln Sie dann an einen Berater aus unserem Team weiter.

Ihre Ansprechpartner:

Projektleitung

IGLU Göttingen, Bühlstraße 10, 37083 Göttingen, Fax. 0551-54 885 11
Dr. agr. Christine von Buttlar
christine.vonbuttlar(at)iglu-goettingen.de
Tel.: 0551-54 885 21

Beratung

IGLU Büsum, Hafentörn 3, 25761 Büsum, Fax: 04834-98 488 62
M.Sc. Andreas Baden
andreas.baden(at)iglu-goettingen.de
Tel.:0170-28 77 66 2

Dr. Udo Müller Thomsen
udo.mueller-thomsen(at)iglu-goettingen.de
Tel.: 04834-98 488 60